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Totes Meer

Definition
Das Tote Meer ist ein abflussloser Salzsee, der vom Jordan gespeist wird. Er grenzt an Israel, das Westjordanland und an Jordanien. Seine Größe beträgt ca. 600 Quadratkilometer bei einer Länge von 76 km und einer Breite von bis zu 16 km. Seine Wasseroberfläche wird häufig mit Werten um 396 m unter dem mittleren Meeresspiegel angegeben; tatsächlich liegt der Wasserspiegel bei einer fortschreitenden Austrocknung bereits seit einigen Jahren unter −400 m. Neuere israelische Angaben (2007) nennen bereits −420 m als Seespiegelhöhe. Die Küste des Sees bildet damit den tiefsten, nicht von Wasser bedeckten Bereich der Erde; das Tote Meer ist der am tiefsten liegende See der Erde, aber nicht der tiefste. Der Grund des Sees liegt bei −794 m.
Der Salzgehalt des Toten Meeres beträgt bis zu 33 %, im Durchschnitt rund 28 %. Das ist ca. zehnmal so hoch wie z. B. der Salzgehalt des Mittelmeeres oder des Atlantiks. Das erklärt das Phänomen, dass man beim Baden im Toten Meer nicht untergeht und auf dem Rücken liegend eine Zeitung lesen kann!

Die Mineralzusammensetzung des Salzes des Toten Meeres unterscheidet sich deutlich von der Salzzusammensetzung von Meerwasser. Sie besteht aus insgesamt 21 Mineralien und Spurenelementen, wovon 12 in keinem anderen See oder Meer vorzufinden sind. Es enthält ungefähr 50,8 % Magnesiumchlorid, 14,4 % Calciumchlorid, 30,4 % Natriumchlorid und 4,4 % Kaliumchlorid, bezogen auf die wasserfreien Salze. Der Rest entfällt auf zahlreiche Spurenelemente. Es enthält wenig Sulfat, jedoch relativ viel Bromid.

Ursprung
Das Tote Meer hat keinen Abfluss. Durch das trockene Wüstenklima verdunstet das Wasser, wobei Mineralien, Salze und anderes zurückbleiben und sich im Toten Meer anreichern. Durch den Zufluss von Wasser aus dem Jordan und den Entzug von Wasser durch die Verdunstung pegelt sich die Höhe des Wasserspiegels ein.

Entgegen seinem Namen ist das Tote Meer biologisch nicht tot, jedoch beschränkt sich das Leben weitgehend auf verschiedene Mikroorganismen. Auch manche Algen mit großer Salztoleranz können in dieser extremen Umwelt überleben.

Methode
Schon seit dem Altertum reiben sich Einheimische und Touristen mit dem Schlamm aus dem Toten Meer den Körper ein. In neuerer Zeit produziert man Körperpflegeprodukte unter Zusatz von Mineralien aus dem Toten Meer. Als Rohstoffe dienen das Wasser des Toten Meeres und vor allem der schwarze Schlamm der Uferregion. Letzterer wird gefiltert und getrocknet, und danach die weiteren Zutaten beigemengt.

Beurteilung
Die spezielle Zusammensetzung des Schlamms und der im Toten Meer vorkommenden Mineralien und deren Konzentration sind nachgewiesenermaßen geeignet, Hautkrankheiten wie Schuppenflechte und Neurodermitis positiv zu beeinflussen. Einige Krankenkassen übernehmen inzwischen auch Kuraufenthalte bzw. Klimaheilbehandlungen. Von gesunden Menschen werden die verwendeten Mineralien und der gereinigte Schlamm in den Produkten durchweg gut vertragen, Nebenwirkungen sind keine bekannt. Pottasche und Natrium versorgen die Hautzellen mit Energie, Magnesium aktiviert Enzyme, um die Zell-Erneuerung zu beschleunigen, Bromid beruhigt die Haut und lindert Beschwerden. Chloride helfen den Mineralienhaushalt der Haut im Gleichgewicht zu halten und Kalzium stärkt die Zellmembranen und wirkt schmerzlindernd.

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